Was ist Skoliose?

Die Skoliose, umgangssprachlich auch Wirbelsäulenverkrümmung genannt, ist eine Seitenverbiegung der Wirbelsäule mit gleichzeitiger Verdrehung der Wirbelkörper.

Die Wirbelsäule ist nicht nur zur Seite geneigt, sondern weist auch eine Rotation der Wirbelkörper bei gleichzeitiger axialer Verdrehung des Schultergürtels zum Becken hin auf, die trotz aller heutigen zur Verfügung stehenden Therapiemaßnahmen nicht mehr vollständig aufgerichtet werden kann.

Formen der Skoliose

  • Thorakale Skoliose: im Brustwirbelsäulenbereich
  • Lumbale Skoliose: im Lendenwirbelsäulenbereich
  • Thorakolumbale Skoliose: Übergangsbereich zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule
  • Thorakale und lumbale ( doppelbogige) Skoliose: Bereich von Brust- und Lendenwirbelsäule

Die Wirbelsäule bildet neben der eigentlichen Krümmung, der sogenannten Primärkrümmung oft auch eine ausgleichende Sekundärkrümmung zur Gegenseite aus, die sich ober- bzw. unterhalb einer solchen anschließen. Dies geschieht um einen insgesamt lot- und statikgerechten Stand zu ermöglichen, d.h. der Körper versucht spontan durch Ausbildung von Ausgleichskrümmungen den Kopf über dem Becken zu zentrieren.

Einteilung der Skoliose  

Es ist zwischen den sogenannten idiopathischen Skoliosen, deren Ursachen bis heute noch nicht genau bekannt sind, und solchen Skoliosen, die auf dem Boden einer bekannten Grunderkrankung entstehen, zu unterscheiden. Bekannte Ursachen können z.B. angeborene Fehlbildungen der Wirbel sein. Weitere Gründe sind gewisse Erkrankungen der Muskeln oder Nerven sowie bestimmte Erkrankungen des Bindegewebes und Stoffwechsels. Häufigste Ursachen solcher Skoliosen sind:

  • Idiopathisch:unbekannter Ursache, ca. 80 -90 % aller Skoliosen
  • Angeboren:z.B. bei Halb,- Keil,- oder Blockwirbeln
  • Osteopathisch: bei angeborenen Missbildungen, Dysostose, Wirbelverformungen durch Trauma, Tumor, Entzündungen, Osteoporose
  • Myopathisch:bei primären Muskelerkrankungen
  • Neuropathisch:Poliomyelitis, Spastik
  • Fibropathisch:Narbenzug, Marfan-Syndrom

      nach dem Zeitpunkt des Auftretens der idiopathischen Skoliose:

  • Infantile idiopathische Skoliose: ab der Geburt – 3. Lebensjahr
  • Juvenile idiopathische Skoliose: zwischen dem 4. -10. Lebensjahr
  • Adoleszente idiopathische Skoliose:zwischen 11. – 18. Lebensjahr
  • Adulte idiopathische Skoliose: Erwachsenenskoliose